Fahrschüler Ausbildungsordnung
Klassenspezifischer Theorie Unterricht

Fahrschüler Ausbildungsordnung §1

§ 1 Ziel und Inhalt der Ausbildung
(1) Ziel der Ausbildung ist die Befähigung zum sicheren, verantwortungsvollen und umweltbewussten Verkehrsteilnehmer. Ziel der Ausbildung ist außerdem die Vorbereitung auf die Fahrerlaubnisprüfung.

(2) Die Ausbildung hat ein Verkehrsverhalten zu vermitteln, das
1. Fähigkeiten und Fertigkeiten, um das Fahrzeug auch in schwierigen Verkehrssituationen zu beherrschen,
2. Kenntnis, Verständnis und Anwendung der Verkehrsvorschriften,
3. Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Wahrnehmung und Kontrolle von Gefahren einschließlich ihrer Vermeidung und Abwehr,
4. Wissen über die Auswirkungen von Fahrfehlern und eine realistische Selbsteinschätzung,
5. Bereitschaft und Fähigkeit zum rücksichtsvollen und partnerschaftlichen Verhalten und das Bewusstsein für die Bedeutung von Emotionen beim Fahren und
6. Verantwortung für Leben und Gesundheit, Umwelt und Eigentum einschließt.

Klasse B

Fahrschüler-Ausbildungsordnung Anlage 2.2 (zu § 4) Rahmenplan für den Klassenspezifischen Zusatzstoff in der Klasse B (2 Doppelstunden)

 

 

13. Technische Bedingungen, Personen- und Güterbeförderung – umweltbewusster Umgang mit Kraftfahrzeugen

a. Technik, Physik– Betriebs- und Verkehrssicherheit
Wartung und Pflege der Fahrzeuge
Untersuchung der Fahrzeuge nach den §§ 29, 47a StVZO
Wirkung von Kräften beim Fahren, physikalische Gesetzmäßigkeiten
b. Personen- und Güterbeförderung–Personenbeförderung
Ladeflächen und Beladung
c. Umweltschonender Umgang mit dem Kraftfahrzeug– Energiesparende Fahrweise
Umweltschonende Fahr- und Fahrvermeidungsstrategien.

 

14. Fahren mit Solokraftfahrzeugen und Zügen

a. Fahrgeschwindigkeit
b. Fahren in Fahrstreifen
c. Fahren bei unterschiedlichen Straßen- und Witterungsverhältnissen
d. Fahren unter Verwendung der Beleuchtungseinrichtungen
e. Befahren von Kurven, Gefällen und Steigungen
f. Bremsen– Bremsanlagen (Betriebsbremse, Feststellbremse, Anhängerbremse) Benutzung der Bremsen (degressiv – progressiv)
Bremsen im Gefälle und bei Gefahr
g. Zusammenstellung von Zügen–Einrichtung zur Verbindung von Fahrzeugen
Stützlast
Ankuppeln, Abkuppeln, Rangieren
Beleuchtung
h. Sozialvorschriften und Verkehrsverbote (z. B. nach sog. Ozongesetz)
i. Abgrenzung zur Klasse BE und B mit der Schlüsselzahl 96.

Klasse A, A2, A1, AM

FAHRSCHÜLER-AUSBILDUNGSORDNUNG ANLAGE 2.1 (ZU § 4) RAHMENPLAN FÜR DEN KLASSENSPEZIFISCHEN ZUSATZSTOFF IN DEN KLASSEN A, A2, A1 (4 DOPPELSTUNDEN), IN DER KLASSE AM (2 DOPPELSTUNDEN)

 

I. Fahrer/Beifahrer, Fahrzeug

a. Persönliche Voraussetzungen
Eignung unter besonderer Berücksichtigung des Fahrens motorisierter Zweiräder
Körperliche Voraussetzungen
Fitness
b. Schutz des Fahrers/Beifahrers Anforderungen an Schutzhelme, geeignete Schutzkleidung, Schuhwerk, Handschuhe und sonstiges
Sicherheitszubehör; auffällige, auf weite Entfernung erkennbare Bekleidung, Verletzungsschutz, Wetterschutz
c. Betriebs- und Verkehrssicherheit
Prüfung, Wartung und Pflege
Technische Veränderungen am Motorrad
Folgen/Beladen und Besetzung des Motorrades/Gewichtsverteilung
Sicherung des Gepäcks/Folgen falscher Gewichtsverteilung, Einstellung von Federung und Dämpfung, Einstellung von Bedienhebeln
„Einmotten“ und Wiederinbetriebnahme des Motorrades
d. Umweltschonung
Bleifreier Kraftstoff, Katalysator
Schalldämpfung des Auspuffgeräuschs (laut ist out)
Altöl und gebrauchte Filter umweltgerecht entsorgen.

 

II. Besonderes Verhalten beim Motorradfahren

a. Verhalten bei zweiradspezifischen Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen
Gefahrzeichen, Vorschriftzeichen, Richtzeichen, Fahren in Fahrstreifen, Überholverbote
besondere Gefahren für Motorradfahrer durch:
Fahrbahn, andere Verkehrsteilnehmer, Witterung, Sicht- und Verkehrsverhältnisse
b. Fahrbahn „lesen“
Sand / Splitt / Teerverfugungen / Öl / Nässe / Glätte / Laub /
Schmutz / Schienen / Gullys / Markierungen / Schlaglöcher /
Spurrillen / Gegenstände auf der Fahrbahn
c. Sehen und gesehen werden
Visier, Sichtfeld, Sehhilfen, Adaption
Blickschulung, Blickrichtung, Blicktechnik, Helm, Reflektoren, Beleuchtung
Sichthindernisse, Gefahr des Übersehen werdens
d. Mitnahme von Personen
Kinder, Erwachsene
Verhalten des Sozius: beim Anfahren, beim Bremsen, in Kurven und beim Ausweichen
e. Umweltbewusstes Verhalten
Kein unnötiges Beschleunigen – vorausschauendes Fahren, Abschalten des Motors beim Warten, Rollen lassen des Kraftrades.

 

III. Besondere Schwierigkeiten und Gefahren

a. Hauptgefahren durch andere:
Übersehen werden von Linksabbiegern und anderen Wartepflichtigen, von Überholenden und Entgegenkommenden in Kurven
b. Fahren unter erschwerten Bedingungen
Kälte – Wärme – Regen – Sichtbehinderung – Aquaplaning – Nebel, Eis- und Schneeglätte, Matsch, Streumittel
c. Fahren bei Dämmerung oder bei Dunkelheit:
Erschwerte Erkennbarkeit von Fahrbahnzuständen und Verkehrsabläufen
d.*) Motorräder mit Beiwagen
Fahrzeugrechtliche Bestimmungen, Beiwagen rechts oder links, Anlenkung
Bremsen, Beleuchtung, Fahrphysikalische Unterschiede zum Solobetrieb, besonders beim Beschleunigen, Bremsen und Kurvenfahren
Beladen des Gespanns
*) Gilt nicht für AM.
e. Motorrad mit Anhänger
Rechtliche Bestimmungen
Verbindungseinrichtungen, Gefahren: beim Kurvenfahren, durch Geschwindigkeit und beim Bremsen
f. Verhalten nach Unfällen
Absicherung der Unfallstelle mit geeigneten Mitteln, Umgang mit verletzten Motorradfahrern, besondere Probleme bei
Leistung
Erster Hilfe: Abnahme des Helms, schwere Verletzungen, offene Brüche.

 

IV. Fahrtechnik und Fahrphysik

a. Bedeutung der Grundfahraufgaben
b. Anfahren und Stabilisieren der Fahrbewegung
Antriebskräfte, Geschwindigkeitsabhängige Stabilität der Fahrbewegung
Kreiselkräfte/Unterbrechung der Kreiselkräfte
c. Kurven
Kurvenarten, Lenkimpulse/Einleitung der Kurvenfahrt, Fliehkraft, Schräglage (Drücken, Legen)
Seitenführungskräfte/Antriebskräfte/Bremskräfte
Blicktechnik in der Kurve, Bremsen in Schräglage, Aufrichten des Motorrades, Ausbrechen
d. Bremsen
Wirkung von Hand- und Fußbremse/dynamische Achslastverlagerung, Abstimmen der Bremskräfte bei getrennter Hand-und Fußbremse
(kurzer und langer Radstand, unterschiedliche Belastung – Sozius/Gepäck, Schwerpunkthöhe)
Abstimmen der Bremskräfte bei integralen Bremssystemen, Bremswirkung in Abhängigkeit von Gewicht, Reifen und
Fahrbahnoberfläche*)
Vollbremsung/Gefahrenbremsung
Blockieren: Vorderrad – Hinterrad. Grenzen der Automatischen Blockierverhinderer bei motorisierten Zweirädern, Störkräfte
beim Bremsen*)
*) Nicht für A1, AM.
e. Ausweichen
Ausweichen als Notmanöver mit und ohne vorhergehendes Bremsen, Ausweichweg im Vergleich zu mehrspurigen Kraftfahrzeugen
f. Kritische Fahrzustände/Ursachen
Pendeln, Flattern, Winddruck von vorn und von der Seite.

 

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Theorie